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Wissenswertes über Tee


Wie wohltuend wirkt eine Tasse Tee, wenn man ausgefroren an einem kalten Wintertag nach Hause kommt. Oder ein erfrischender Eistee im heißen Sommer. Tee kann zu jeder Jahreszeit Körper und Seele laben. Das Wort „Tee“ wurde übrigens aus dem Niederländischen übernommen und bezeichnete ursprünglich nur schwarzen Tee. Seit dem frühen 18. Jhd. wird in Deutschland der Begriff Tee aber auch für Kräuter- und Früchtetees verwendet. Laut geschichtlicher Überlieferung begann alles in China. Vor über 5.000 Jahren wurde dort die wohltuende Wirkung der Teeblätter entdeckt. Die ersten überlieferten Aufzeichnungen zu Kräutertees sind etwas jünger. Vor ca. 3.000 Jahren hat der chinesische Kaiser Shennong ein Kräuterbuch verfasst. Er gilt als Vater der Arzneimittelkunde und Entdecker des Grüntees. Archäologen fanden in Ägypten einen Papyrus aus der Zeit um etwa 1550 v. Chr., auf dem über 700 Kräutertee-Rezepturen festgehalten wurden. Heute ist der Tee weltweit in aller Munde, sei es als Genussmittel, zum Ausdruck eines Lebensgefühls, als reines Wohlfühlgetränk oder sogar als Heilmittel.   

Anbau und Verarbeitung
Die eigentlichen Teepflanzen wurden in Assam (Indien) 1823 wildwachsend entdeckt und etwa zehn Jahre später kultiviert und gekreuzt. Teesträucher werden aus Samen oder Setzlingen gezogen und als Jungpflanzen in eigenen Aufzuchtbeuteln etwa neun Monate lang intensiv gehegt. Anschließend werden die Pflanzen eingesetzt und es dauert etwa drei bis sechs Jahre bis die erste Ernte stattfinden kann. Die indischen Teepflanzen haben eine Lebensdauer von ca. 30-50 Jahren, die chinesischen Arten können bis zu 100 Jahre alt werden.

Für die traditionelle Produktion von Schwarztee durchlaufen die gepflückten Blätter fünf Verarbeitungsprozesse: das Welken, bei dem die Blätter früher in die Sonne gelegt und heute in Lagerhallen bei ca. 22 Grad getrocknet werden. Beim anschließenden Rollen werden die Zellen der Blätter aufgebrochen, dabei wird das ätherische Öl freigesetzt. Danach erfolgt das Aussieben, bei dem die Teeblätter nach ihrer Qualität sortiert werden. Jetzt kann die Oxidation beginnen. Dabei werden die Teeblätter einer Luftfeuchtigkeit von etwa 90 Prozent ausgesetzt, dadurch kommen wichtige chemische Prozesse in Gang, die traditionell als Fermentation bezeichnet werden. Im letzten Arbeitsgang werden die Teeblätter unter Heißluft etwa 20 Minuten getrocknet und dann wieder abgekühlt.

Kleine Teekunde
Neben dem klassisch verarbeiteten Schwarztee werden viele weitere Teearten und Zubereitungsformen unterschieden:

Aromatisierte Tees: dabei werden entweder klassisch  frische Blüten zum Tee gegeben und wieder abgesiebt, wie beim chinesischen Jasmin oder Rosentee. Eine andere Möglichkeit ist die Anreicherung mit Fruchtaromen oder Gewürzen. Leider wird hier heutzutage viel auf künstliche Aromen zurückgegriffen. Genauso wie bei Tees mit z.B. Bratapfel, Kirsch-, Mandel- oder Nougatgeschmack.

Buttertee – dieser in Tibet getrunkene Tee wird in einem Rohr mit salzigem Schwarztee und Yakbutter zubereitet. Der Geschmack ähnelt eher einer dünnen Suppe.

First Flush – besonders feine Teeblätter aus der ersten Ernte im Frühjahr.

Flugtee – dieser Tee wird sofort nach der Ernte aus den Anbaugebieten nach Europa eingeflogen und eignet sich für sehr hochwertige Sorten, bei denen Frische entscheidend für den Geschmack ist.

Grüner Tee – hier fehlt der Oxidationsvorgang. Die Teeblätter werden direkt nach der Ernte in großen Behältern über dem Feuer gewelkt und anschließend getrocknet. Bei der Zubereitung soll das kochende Wasser vor dem Teeaufguss erst etwas abkühlen.

Nachvergorener Tee – entsteht aus ehemals grünem oder Oolong-Tee durch mehrmonatige bis jahrelanger Reifung, z.B. Pu-erh-cha Tee.

Oolong Tee – der Tee kommt nach der Ernte in Weidenkörbchen und wird darin geschüttelt bis der Saft austritt und mit dem Sauerstoff aus der Luft reagiert. Durch Erhitzen in Eisenpfannen wird dieser Prozess abgebrochen.

Ostfriesische Teekultur – starker Schwarztee (Ostfriesenmischung) wird mit flüssiger Sahne sowie Kluntjes genossen.

Rauchtee  - die Teeblätter werden beim Trocknen dem Rauch harzhaltigem Holz ausgesetzt. Es entwickelt sich ein intensives Aroma.

Rooibostee – die Zweige aus einer südafrikanischen Pflanzenart, die zu den Hülsenfrüchten gehört, werden durch ähnliche Verarbeitungsprozesse wie bei der Schwarzteeherstellung, zu einem leckeren koffeinfreien Aufgussgetränk verarbeitet. Beim grünen Rooibostee wird auf die Fermentation verzichtet. 

Second Flush – Teeblätter aus der zweiten Haupterntezeit des Jahres, von sehr hoher Qualität.

Teeblume - das Binden von Teeblumen aus Teeblättern und einer Blüte in der Mitte gehört zur traditionellen chinesischen Kunst der Teezubereitung bei feierlichen Anlässen.

Teesorten – sie  werden meist nach ihrem Anbaugebiet benannt, so sind Assam, Darjeeling oder Ceylon Tee gut bekannt.

Teelagerung – Tee ist aromaempfindlich, d. h. er kann sein Aroma schnell verlieren oder bei intensiven Fremdgerüchen diese annehmen. Besser als die Lagerung in Blechdosen sind fest zusammengerollte Teetüten. Abgesehen von den geschmacklichen Veränderungen ist Tee beinahe unbegrenzt haltbar. Sein Koffeingehalt, der bei Schwarz- oder Grüntee bis zu 4,5% beträgt, bleibt dabei sogar unverändert.

Weißer Tee – für diese Teeart werden nur die jungen Triebe geerntet und luftgetrocknet, der Vorgang der Oxidation fehlt. Aufgrund der weiß-silbernen Farbe der Blattunterseiten hat dieser Spitzentee seinen Namen.

Zweiter Aufguss – in Asien wird traditionell der erste Aufguss mit nur wenig Wasser weggeschüttet. Manche Teesorten entwickeln erst im zweiten Aufguss ihren vollen Geschmack.

Tee und Gesundheit
Je nach Teeart enthält Tee viele für die Gesundheit interessante Stoffe.
Koffein: im Schwarz- und Grüntee enthalten, kann sanft anregen. Zieht der Tee länger, gehen Gerbstoffe ins Wasser über, die das Koffein binden. Der Körper braucht für die Resorbtion länger und der anregende Effekt fällt deshalb geringer aus.
Catechine: sollen in der Lage sein, Symptome von Zahnfleischproblemen verringern zu können.
Flavonoide: diese sekundären Pflanzenstoffe sollen positive Effekte auf die Elastizität der Blutgefäße haben. Außerdem sollen sie freie Radikale abfangen können.
Fluoride: besonders im Grüntee enthalten, sollen sie zusammen mit den Polyphenolen das Kariesrisiko senken können.
Ätherische Öle, Mineralstoffe, Spurenelement, Vitamine, Gerbstoffe: Kräutertees enthalten je nach Zusammenstellung mehr oder weniger davon und können den individuellen Bedürfnissen entsprechend bereitet werden.
Nicht zuletzt kann mit ungesüßten Kräutertees der Flüssigkeitsbedarf des Körpers gedeckt werden.
   
   
Interessante Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Tee


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