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Richtig Räuchern

Ein paar Generationen vor uns gehörte Räuchern noch zum Alltag. Andere Kulturen haben sich diese Tradition bis heute bewahrt. Entdecken Sie für sich das sinnliche Erlebnis einer Räucherung. Während das Räuchern mit Räucherstäbchen die zeitsparende einfache Variante darstellt, erfordert das Entzünden von Räucherwerk mehr Zeit und Muße. Reservieren Sie sich am besten 20 – 30 Minuten Zeit. Sie werden diese Auszeit schätzen.

Auswahl des OrtesRäuchern

Sie können in der Natur, in der Gemeinschaft oder zu Hause räuchern. Unsere Kurzanleitung ist vor allem für Räucherungen zu Hause gedacht.

Suchen Sie einen entsprechenden Platz, evtl. ein Tischchen, Regal, Kommode, an dem Sie genügend Fläche für Ihre Räucherutensilien haben und dabei nichts Brennbares in unmittelbarer Nähe steht (Gardinen, Tischdecke, loses Papier etc.)

Was brauchen Sie für die Räucherung?

Ein Räuchergefäß, Räuchersand bzw. Räucherkohle, Räucherstoffe, evtl. einen Mörser, eine Pinzette, Weihrauchlöffel und eine Feder (oder einem Fächer).

Das Räuchergefäß sollte hohe Temperaturen aushalten können, da die Räucherkohle bis zu 600 Grad heiß wird. Glasgefäße, auch Aschenbecher sind deshalb völlig ungeeignet.

So geht's:

  1. Legen Sie die Räucherutensilien bereit.
  2. Machen Sie sich den Grund für die Räucherung bewusst (z.B. Reinigung).
  3. Wählen Sie das entsprechende Räucherwerk aus.
  4. Verteilen Sie den Räuchersand auf dem Boden Ihres Räuchergefäßes
  5. Platzieren Sie die Kohle darauf.
  6. Nehmen Sie mit einer Pinzette (Grill-/Zuckerzange o.ä.) die Räucherkohle und zünden Sie diese an.
  7. Warten Sie, bis die Kohle komplett durchgeglüht ist.
  8. Geben Sie mit der Pinzette oder einem Löffel Räucherwerk auf die Kohle.
  9. Sie können jetzt daran denken, was Sie verabschieden möchten (z.B. verbrauchte Energie,
    unangenehme Gerüche, Streit)
  10. Nehmen Sie das Räuchergefäß in die eine Hand, evtl. auf einer entsprechenden Unterlage und
    die Feder in die andere. Fächeln Sie jetzt den Rauch in jede Ecke des Raumes oder der gesamten
    Wohnung. Dabei können Sie auch laut aussprechen, was Sie aus diesen Räumen gehen lassen wollen.
  11. Legen Sie immer, sobald das Räucherwerk verkohlt ist und nicht mehr angenehm riecht, neues auf.
  12. Die Räucherkohle glüht mindestens ½ bis 1 Stunde nach. Lassen Sie diese deshalb bitte auch
    nach dem Ritual noch mindestens so lange im Räuchergefäß. Zum Löschen halten Sie die Kohle mit
    der Pinzette unter fließendes Wasser.
  13. Lassen Sie den Rauch noch nachwirken und verlassen Sie am besten in dieser Zeit die Räume.
  14. Lüften Sie ausgiebig, wenn Sie zurückkommen.

Variante Räuchern auf dem Stövchen

Das traditionelle Räucherritual, bei dem die Räucherwerke auf der Räucherkohle verbrennen, ist sehr intensiv. Eine etwas sanftere Alternative stellt das Räuchern auf dem Stövchen dar. Die Räucherzutaten werden dabei auf ein feinmaschiges Metallgitter gelegt und durch das unterhalb stehende Teelicht erhitzt und verbrannt. Die Rauchentwicklung ist dabei geringer als beim Räuchern auf Kohle. Reinigen Sie das Gitter am besten nach dem Räuchern, wenn es abgekühlt ist, mit einer entsprechenden Metallbürste. Es ist auch möglich, etwas Quarzsand auf das Sieb zu geben und darauf die Räucherzutaten zu platzieren, was eine langsamere Verbrennung der Räucherzutaten zur Folge hat.

Mörser

Besonders wenn Sie mit Räuchermischungen arbeiten, bewährt sich der Mörser. Sie können damit alle Substanzen gleichmäßig zerkleinern und gut durchmischen. Nehmen Sie immer nur eine kleine Menge der Zutaten und mörsern Sie diese unmittelbar bevor Sie sie auf die Kohle geben.

Räucherrituale für Fortgeschrittene

Reinigungsritual

Das Räuchern eignet sich wunderbar zum nachhaltigen Reinigen der Atmosphäre. Gerüche und
Energien putzt der Rauch gleichsam hinweg. Folgende Anlässe eignen sich gut dafür:
  • Wenn Sie in eine neue Wohnung umziehen, um die Energien der zuvor darin Lebenden und
    deren Erlebnisse zu neutralisieren.
  • Nach Beendigung eines intensiven Projekts, um Platz für Neues zu schaffen.
  • Reinigung der Luft nach Krankheit.
  • Nach einem Streit oder schwierigen Situationen, um diese bewusst zu verabschieden.

Geeignete Räucherstoffe sind: Bernstein, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Wacholder, Weihrauch, Salbei.

Untermalen Sie Ihre Reinigungszeremonie mit harmonisierender oder auch kraftvoller Musik. Werden Sie innerlich still und denken Sie beim Entzünden der Räucherstoffe intensiv an das, was Sie verabschieden möchten. Fächeln Sie mit der Feder den Rauch in jedes Eck und in jeden Winkel. Dabei können Sie auch laut aussprechen, was Sie verabschieden möchten. Verlassen Sie dann den Raum und lassen den Rauch nachwirken. Wenn Sie zurückkommen, lüften Sie kräftig und stellen sich dabei vor, wie die letzten Reste der „Verunreinigungen" mit dem Rauch durch das Fenster hinausgeweht werden.

Dankesritual

Für Dinge und Gegebenheiten dankbar zu sein, ist eine Möglichkeit, sich der positiven Dinge im Leben bewusster zu werden und damit die eigene Zufriedenheit zu erhöhen. Ein vielleicht sogar regelmäßig durchgeführtes Dankesritual (täglich, wöchentlich) kann dies unterstützen.

Geeignete Räucherstoffe: Benzoe, Lavendelblüten, Patchouli, Rosenblüten, Sandelholz, Weichrauch.

Der Abend eignet sich besonders gut. Machen Sie es sich gemütlich, sorgen Sie für eine wohlige, warme Stimmung und zünden Sie evtl. eine Kerze an. Legen Sie etwas zum Aufschreiben bereit. Folgen Sie der Räucheranleitung und werden Sie innerlich ruhig und entspannt. Gehen Sie den vergangenen Tag (die Woche) in Gedanken nochmals durch und denken Sie an die schönsten Momente und Begebenheiten. Für welche sind Sie besonders dankbar? Schreiben Sie diese auf und genießen Sie das Gefühl der Dankbarkeit bewusst.

Schutzritual

Es gibt vieles, wogegen es sich zu schützen lohnt: schlechte Einflüsse, nervige Mitmenschen, Überlastung im Alltag, vor den eigenen hohen Ansprüchen etc. Ein Schutzritual kann dabei helfen, sich zu sammeln und emotional dem gegenüber zu stärken.

Geeignete Räucherstoffe: Drachenblut, Lorbeer, Rosmarin, Thymian, Wacholder, Weihrauch.

Sorgen Sie für eine entspannte, geschützte Atmosphäre und entzünden Sie eine Kerze. Folgen Sie der Räucheranleitung und werden Sie innerlich ruhig und entspannt. Machen Sie sich bewusst, vor welcher Person oder welchem Einfluss Sie sich schützen möchten und erlauben Sie sich, klar davon abzugrenzen. Nehmen Sie Ihre Hände und hüllen Sie sich mit dem schützenden Rauch ein. Dabei können Sie sich vorstellen, dass sich der Rauch wie ein schützender Kokon um Sie legt. Haben Sie das Gefühl, der Kokon ist stark genug, beenden Sie das Ritual und lüften Sie gut.

© Bild: Silvia Bogdanski/fotolia.com