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Pflanzenkunde

Amaranth

8. Okt. 2015
4 Minuten

Amaranth - Botanik und Wirkung

Etymologie und Geschichtliches

Amaranth ist eine der Ă€ltesten Nutzpflanzen der Menschheit. FĂŒr Azteken, Inka und Maya gehörten die getreideĂ€hnlichen Körner neben Mais und Quinoa zu den Hauptnahrungsmitteln. Samen dieser Pflanze wurden sogar in fast 9.000 Jahre alten GrĂ€bern in Mexiko gefunden. Amaranth hatte damals auch eine stark religiöse Bedeutung. 

Er wurde im Rahmen einer kommunionsÀhnlichen Zeremonie zu Ehren des Aztekengottes verzehrt. Dies war den spanischen Eroberern ein Dorn im Auge. Sie haben den Anbau im 16. Jahrhundert verboten.

Die damals ohnehin schon schlechte Versorgungslage hat sich dadurch zugespitzt und zum Tod von Millionen Indios gefĂŒhrt. Erst Jahrhunderte spĂ€ter ist das in Vergessenheit geratene Korn wiederentdeckt worden.

Wissenschaftlicher Name: Amaranthus L.

VolkstĂŒmliche Namen: Amarant, Fuchsschwanz, Wunderkorn

Der Name Amaranth kommt aus dem Griechischen, Amarantos. Es kann ĂŒbersetzt werden mit "nicht vergehend", "immer blĂŒhend". Amarantos ist in der griechischen Mythologie eine ewig blĂŒhende Blume, die von den Göttern gut versteckt wurde. Wird sie dennoch gefunden, verleiht sie ihrem Finder Unsterblichkeit.

Botanik des Amaranth

 Der Amaranth ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der FuchsschwanzgewĂ€chse. Er zĂ€hlt nicht zu den GrĂ€sern wie andere Brot-Getreidearten, es handelt sich um ein Pseudo-Getreide.

Die meist einjĂ€hrigen Pflanzen haben gestielte, wechselstĂ€ndige BlĂ€tter, ihre BlĂŒtenstĂ€nde sind meist vielblĂŒtig. Je nach Standort, wird die Pflanze 50 cm bis ĂŒber zwei Meter hoch. An sehr großen, auffĂ€llig gefĂ€rbten FruchtstĂ€nden bilden sich tausende HirseĂ€hnliche Samen. 

Vorkommen / Verbreitung

Die Gattung Amaranth mit ihren bis zu 70 Arten ist auf allen Kontinenten, außer der Antarktis anzutreffen. Amarant kommt mit sehr kargen Bedingungen und wenig Wasser zurecht, dabei ist er Ă€ußerst produktiv.

Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung

Der Protein- und Fettgehalt des Amaranth, sowie sein Gehalt an Calcium, Magnesium, Zink und Eisen sind meist höher als die der traditionell angebauten Getreidesorten. Außerdem verfĂŒgt Amaranth ĂŒber ein interessantes Spektrum an ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren. 

Besonders Menschen, die an Zöliakie leiden, schĂ€tzen die glutenfreien Körner. Amaranth ist vielfach anzutreffen, z.B. als Bestandteil von Pasta, GebĂ€ck, Brotmischungen, Snacks oder in MĂŒslimischungen.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im Amaranth

Die folgenden Werte geben den ungefĂ€hren durchschnittlichen NĂ€hrstoffgehalt in 100 Gramm essbarem Anteil des Amaranth an. "0" kann dabei bedeuten, dass keine Daten verfĂŒgbar oder die Mengen vernachlĂ€ssigbar gering sind.

Die tatsÀchlichen Werte können je nach Jahreszeit, Herkunft, Transport, Lagerung, Zubereitung u.a.m. abweichen.

Vitamin A in ÎŒg3
Vitamin B1 (Thiamin) in mg0,8
Vitamin B2 (Riboflavin) in mg0,19
Vitamin B3 (Niacin) in mg1,1
Vitamin B5 (PantothensÀure) in mg1,05
Vitamin B6 (Pyridoxin) in mg0,4
Vitamin B7 (Biotin) in ÎŒg1
Vitamin B9 (FolsĂ€ure) in ÎŒg49
Vitamin B12 (Cobalamin) in ÎŒg0
Vitamin C in mg0
Vitamin D in ÎŒg0
Vitamin E in mg1,4
Vitamin K in ÎŒg1
Calcium in mg214
Chrom in ÎŒg0
Eisen in mg9
Fluor in mg0,05
Jod in ÎŒg2,5
Kalium in mg484
Kupfer in mg0,78
Magnesium in mg308
Mangan in mg2,26
Natrium in mg25
Phosphor in mg582
Selen in ÎŒg0
Zink in mg3,18

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Genutzte Pflanzenteile

In vielen Klimaregionen der Welt wird Amaranth als BlattgemĂŒse genutzt. Im europĂ€ischen Kulturraum hat das Korn die grĂ¶ĂŸere Bedeutung erlangt. 

Hinweise

Amaranth enthÀlt Gerbstoffe, die Nahrungsproteine und Enzyme binden und dadurch die Aufnahme und Verdauung von Vitaminen, Spurenelementen und Proteinen hemmen können.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt daher unter Berufung auf das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung, nur Amaranth-Produkte zu verwenden, deren "QualitĂ€t und Reinheit ausreichend belegt sind. Das heißt, die Produkte sollten nachweislich frei von Gerbstoffen" (dge.de) sein.

Allgemeines

Vom Verzehr oder der Anwendung selbst gesammelter oder angebauter Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.

Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich dem allgemeinen Überblick - ohne Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit - und/oder der Unterhaltung. Die Inhalte dieser Seite ersetzen bei medizinischen Problemen oder Themen keinesfalls die professionelle Beratung durch einen Arzt. Suchen Sie bei medizinischen Problemen einen Arzt auf.

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Bild: © Nikola Hahn/fotolia.com

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