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Pflanzenkunde

Marula

11. Nov. 2015
4 Minuten

Marula - Botanik und Wirkung

Etymologie und Geschichtliches

Der Gattungsname leitet sich vom Griechischen 'skleros = hart' und 'karya = Walnuss' her und nimmt Bezug auf den Stein in der Frucht. Der Artenname ist vom Senegalesischen 'birr' abgeleitet, und bezieht sich auf den lokalen volkstĂŒmlichen Namen fĂŒr Marula.

Wissenschaftlicher Name: Sclerocarya birrea (A.Rich.) Hochst.

VolkstĂŒmlicher Name: Marula

ArchĂ€ologen haben nachgewiesen, dass Marula bereits vor 12.000 Jahren Nahrungsquelle war. Das Holz des Marulabaums wird traditionell fĂŒr die Herstellung von Mörsern, Schalen, Trommeln, Möbeln und Booten verwendet.

Der Marulabaum ist oft das spirituelle Zentrum in Siedlungen und Dörfern. Getrocknete NĂŒsse werden als Halsketten als Liebessymbol getragen. Elefanten haben eine Vorliebe fĂŒr die fermentierten FrĂŒchte.

Aus der Marulafrucht wird mit Zucker und Sahne ein Likör (Amarula) hergestellt, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich weltweit vermarket wurde und 2006 auf einer Likörmesse in San Francisco eine Goldmedaille erhielt.

Botanik des Marula-Baums

Sclerocarya birrea ist ein mittelgroßer Laubbaum (bis 18 m) mit breiter, dicht belaubter Krone. Charakteristisch ist die graue, fleckige Rinde. Der Baum trĂ€gt eine Vielzahl kleiner runder FrĂŒchte (unreif grĂŒn, spĂ€ter gelb gefĂ€rbt mit weißem Fruchtfleisch) die von Januar bis MĂ€rz geerntet werden.

Ein einziger Baum kann pro Jahr bis zu 500 kg FrĂŒchte tragen. Übrigens, nur die weiblichen BĂ€ume tragen FrĂŒchte, die mĂ€nnlichen nur BlĂŒten. Die FrĂŒchte sind reich an Vitamin C (ca. 4 mal so viel wie in einer Orange).

In der Frucht findet sich ein brauner, ovaler, etwa walnussgroßer Kern, in dem sich 2 bis 3 Samen (1 bis 1,5 cm lang) befinden. Die Samen haben einen nussigen Geschmack und sind sehr begehrt.

Vorkommen / Verbreitung

Zur Gattung gehören 4 Arten, die im tropischen und sĂŒdlichen Afrika zuhause sind. Marula wĂ€chst in Höhenlagen von 700 bis 900 m. 

Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung

Die Schale der Frucht enthĂ€lt fast 30 verschiedene Geschmacks- und Aromastoffe. Die Kerne haben einen hohen Öl- und Proteinanteil (28%). Das aus den Kernen gepresste Marulaöl ist ein hoch-stabiles Öl mit hohem Gehalt an ÖlsĂ€ure.

Untersuchungen zeigten eine schwache blutdrucksenkende, antientzĂŒndliche und schmerzlindernde Wirkung.

Genutzte Pflanzenteile

Das Fruchtfleisch dient als Basis fĂŒr die Zubereitung von SĂ€ften, Marmeladen und alkoholischen GetrĂ€nken.

Das gefriergetrocknete Fruchtfleisch findet in einer Reihe kosmetischer Produkte Verwendung. Andere Verwendungen sind als Marula-Tee sowie als Geschmacksstoff in Eis u.a.

Volksheilkundeliche Anwendungen von Rinde und BlĂ€ttern bei Durchfall, Rheuma, Abszessen, Bissen und Verbrennungen. Der Rinde werden auch Wirkungen bei Behandlung und Prophylaxe von Malaria nachgesagt; bei Sodbrennen wird empfohlen, die BlĂ€tter zu kauen.

Das Marula-Öl, wegen seines reichen Anteils and ÖlsĂ€ure and Antioxidantien, findet breite Verwendung in kosmetischen Produkten und als Basis in Massage- und Aromatherapie-Ölen.

Hinweise

Aromatherapie: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Naturstoffe, daher sollten Sie sorgsam damit umgehen. Beachten Sie z.B. unsere Hinweise zum Umgang mit Ă€therischen Ölen.

Allgemeines

Vom Verzehr oder der Anwendung selbst gesammelter oder angebauter Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.

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Bild: © plantaphile

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