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Vitamin D - elementar fĂŒrs Gesundsein

BĂ€rbel Drexel Expertenteam

6. Dez. 2024
6 Minuten

Vitamin D gilt aktuell als das Vitamin mit dem grĂ¶ĂŸten wissenschaftlichen Interesse! Vitamin D ist lebenswichtig und in seinen aktiven Formen essenziell fĂŒr eine Vielzahl biologischer Prozesse im Körper. Die Bildung der aktiven Vitamin D-Formen erfolgt in Leber und Nieren aus Vitamin D3 und D2.

Vitamin D steuert wichtige körperlicher Prozesse, u.a. ist es am Aufbau und Erhalt von Knochen und ZĂ€hnen, der normalen Funktion der Muskeln und des Immunsystems und an der Zellteilung beteiligt. 

Forscher untersuchen darĂŒber hinaus den Einfluss auf die Psyche, die Haut, das Herz-Kreislauf-System und die hormonelle Regulation.  

Rezeptoren fĂŒr Vitamin D wurden in diversen Geweben und Zellen nachgewiesen, u.a. in Immun-, Nerven-, BrustdrĂŒsen- und Herzmuskelzellen. Eine ausreichende und kontinuierliche Versorgung ist deshalb das ganze Jahr hindurch notwendig. 

Genug Sonne getankt?

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung hat im Jahr 2012 fĂŒr Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene den tĂ€glichen Vitamin D-Bedarf auf 20”g = 800 IE festgelegt. 

Mit Hilfe von Sonnenlicht kann der menschliche Körper den Hauptanteil des Vitamin D-Bedarfs (80-90%) selbst decken. Nur die restlichen 10-20% des tĂ€glichen Vitamin D-Bedarfs werden ĂŒber die Nahrung aufgenommen – bei den meisten Menschen ist das allerdings weniger.  

Laut Nationaler Verzehrsstudie II sind in Deutschland 91% der Frauen und 82% der MĂ€nner nicht ausreichend mit Vitamin D3 versorgt! 

Ist der Sonnenstand zu flach, kann keine ausreichende Vitamin D-Produktion mehr stattfinden. Dies betrifft in unseren Breitengraden zumindest die Wintermonate (Oktober-MĂ€rz), aber auch im Sommer reicht morgens und abends die IntensitĂ€t der UVB-Strahlung nicht aus, um den Großteil des Bedarfs durch körpereigene Synthese zu decken. 

Eine tĂ€gliche Supplementierung mit 800-1000 IE Vitamin D3 kommt der natĂŒrlichen Versorgung, welche die körpereigene Synthese einschließt, am nĂ€chsten.

Im Sommer geht man davon aus, dass normalerweise 10 bis 45 Minuten in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr ausreichen, um die körpereigene Synthese zu gewĂ€hrleisten. Dabei gilt: Arme, Beine und Gesicht sollten unbedeckt sein. 

Bei blassen, rothaarigen Menschen wird schneller Vitamin D gebildet als bei dunkelhĂ€utigen Menschen. Je dunkler die Haut, desto lĂ€nger kann es also dauern, bis ausreichend Vitamin D gebildet wird. 

Die beste Methode ist gezieltes Sonnenbaden im Liegen ohne Sonnenschutzmittel. Liegend kann – bedingt durch den Einfallwinkel der Sonnenstrahlen - etwa doppelt so viel Vitamin D gebildet werden als im Stehen oder Gehen. Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor können die körpereigene Synthese hemmen.  

FĂŒr die Vitamin D-Bildung gibt es eine praktische Faustregel: „Ist der Schatten lĂ€nger als die KörpergrĂ¶ĂŸe, findet nahezu keine Vitamin D-Produktion mehr in der Haut statt.“ Im Alter ab etwa 70 Jahren aufwĂ€rts reduziert sich die KapazitĂ€t der Haut zur Vitamin D-Synthese z.T. deutlich.  

Vitamin D in Lebensmitteln

Jugendliche und Erwachsene nehmen ĂŒber die ErnĂ€hrung ĂŒblicherweiße nur 2 bis 4 ”g (= 80 bis 160 IE) Vitamin D pro Tag auf. Damit lĂ€sst sich der komplette Vitamin D-Bedarf generell nur schwer ĂŒber normale Lebensmittel decken. 

Vitamin D3 ist vor allem in fettreichen Fischsorten wie Hering, Lachs und Makrele, aber auch in Leber, Eigelb und Milchprodukten enthalten. FĂŒr Veganer sind Pilze eine Alternative. Allerdings enthalten sie das weniger gut bioverfĂŒgbare Vitamin D2 in vergleichsweise geringer Menge. Manche Produzenten bestrahlen die Pilze mit UV B-Licht, um den Vitamin D-Gehalt auf diese Weise zu erhöhen. Eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D ist in Deutschland aktuell nur bei Margarine erlaubt. 

Vitamin D-Versorgung in der dunklen Jahreszeit

Im SpĂ€therbst, Winter und bei FrĂŒhlingsbeginn ist die Sonnenstrahlung zu schwach fĂŒr eine ausreichende Vitamin D Bildung ĂŒber die Haut. Studien haben ergeben, dass der Vitamin D-Spiegel im Winter um durchschnittlich 30-40% sinkt. Dieser Verlust in den Wintermonaten kann im Sommer dann oft nicht aufgeholt werden, so dass sich die Situation mit jedem Jahr verschlechtern kann. 

Voraussetzung fĂŒr eine gute Versorgung im Winter sind gut gefĂŒllte Speicher und die FĂ€higkeit des Körpers, die gespeicherten Reserven auch wieder freisetzen zu können.  

Vitamin D wird im Fett- und Muskelgewebe, z.T. auch in der Leber, gespeichert und kann insbesondere aus dem Bauchfettgewebe nur sehr schwer wieder freigesetzt werden. Adipöse Menschen haben daher einen höheren Vitamin D-Bedarf.  

Ein Teil des Vitamin D-Bedarfs (10-20%) kann auch im Winter ĂŒber normale Lebensmittel gedeckt werden. Veganer und z.T. auch Vegetarier können es hier allerdings schwer haben, weil das meiste Vitamin D in fettreichem Fisch steckt. 

Eine sichere und zuverlĂ€ssige Alternative, sich auch in der kalten Jahreszeit regelmĂ€ĂŸig mit Vitamin D zu versorgen, sind niedrigdosierte Supplemente mit 800 – 1000 IE pro Tag. Bei besonderen individuellen Herausforderungen empfiehlt sich eine RĂŒcksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker, um die Dosierung ggf. anzupassen. 

Die Wochen vor der Adventszeit und zu Beginn des neuen Jahres sind zudem gute Zeitpunkte, um Leber und Nieren etwas Gutes zu tun. Sie sind fĂŒr die Bildung der aktiven Vitamin D-Formen im Körper verantwortlich. Auch Vitamin C und Magnesium spielen hier als Cofaktoren eine wichtige Rolle. 

Vitamin D-Spiegel im Blut bestimmen lassen

Sprechen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker darauf an, leider ĂŒbernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur in AusnahmefĂ€llen die Kosten. Ein Vitamin D-Test fĂŒr Selbstzahler beim Arzt lohnt sich dennoch, um die aktuelle Versorgung objektiv beurteilen zu können. 

Alternativ sind mittlerweile Selbsttests fĂŒr zu Hause von verschiedenen Anbietern erhĂ€ltlich, auch sie bieten zuverlĂ€ssige Aussagen zum Vitamin D-Status.  

Vitamin D-Blutwerte ab 30ng/ml gelten als ausreichend. Viele Experten halten die Normwerte, gerade auch aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, allerdings zu niedrig.  

Hochdosierte EIinmalgaben oder tÀgliche Einnahme?

Vitamin D3 hat im Körper eine Halbwertzeit von etwa 24 Stunden, das bedeutet, dass nach 24 Stunden die HĂ€lfte des zugefĂŒhrten Vitamin D bereits abgebaut wurde.  

Hochdosiertes Vitamin D3 (i.d.R. 10.000 IE und mehr) wird nur in der kurzfristigen Anfangstherapie oder in der Therapie schwerer Erkrankungen empfohlen, um leere Speicher aufzufĂŒllen. Die Einnahme sollte Ă€rztlich begleitet werden.  

Auch die Idee, dass alles ĂŒberschĂŒssige Vitamin D gespeichert wird, scheint vor dem Hintergrund aktueller Forschungen zum Vitamin-D-Stoffwechsel nicht haltbar – große Teile werden offenbar ausgeschieden oder abgebaut. Ein relevanter Teil wird im Körperfett gebunden und ist fĂŒr den Körper dann nicht mehr verfĂŒgbar. 

Eine tĂ€gliche Supplementierung mit 800-1000 IE Vitamin D3 kommt der natĂŒrlichen Versorgung, welche die körpereigene Synthese einschließt, am nĂ€chsten! 

WĂ€hlen Sie gut aus, welches PrĂ€parat am besten zu Ihnen und Ihren BedĂŒrfnissen passt – Presslinge oder Tabletten, Kapseln oder Tropfen? Hier spielt auch die persönliche Vorliebe eine entscheidende Rolle 

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