Mariendistel
Mariendistel - Botanik und Wirkung
Etymologie und Geschichtliches
Obwohl die Mariendistel in der Bibel ein eher negatives Image hatte, lĂ€sst sich auch ihr Name auf eine christliche Legende zurĂŒckfĂŒhren.
Auf der Flucht nach Ăgypten soll die Jungfrau Maria beim Stillen des Christuskindes etwas Milch verloren haben. Diese Milch benetzte eine Distel und sorgte so fĂŒr die weiĂen Flecken auf ihren BlĂ€ttern und fĂŒr ihren Namen: Mariendistel.
Auch verschiedene andere Bezeichnungen der Mariendistel verweisen auf diese Legende: Christi Krone, Heilandsdistel oder Marienkörner.
Wissenschaftlicher Name: silybum marianum
Religionswissenschaftler sind sich sicher, dass die Mariendistel bereits in der Bibel mehrmals erwĂ€hnt wurde. Allerdings wurde sie zu dieser Zeit noch als unerwĂŒnschtes Unkraut beschrieben.
Inzwischen hat sich diese Ansicht lĂ€ngst geĂ€ndert. Im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen die Mariendistel bei verschiedenen Organleiden. Auch der Arzt und Philosoph Paracelsus befĂŒrwortete den Einsatz der Mariendistel, besonders bei âinnerem Stechenâ.
Seit dem 18. Jahrhundert sind Anwendungen der Mariendistel bei Problemen mit der Leber ĂŒberliefert, welche dem heutigen Einsatzgebiet der Pflanze Ă€hneln. Zudem wird die Mariendistel â hĂ€ufig unter dem Namen Carduus marianus â in homöopathischen Mitteln angewendet.
Botanik der Mariendistel
Die Mariendistel wird zwischen 20 und 150 Zentimeter hoch und hat am StĂ€ngel lĂ€ngliche grĂŒne BlĂ€tter mit weiĂen Flecken.
Die BlĂ€tter weisen bis zu acht Millimeter lange Dornen auf. Die BlĂ€tter der BlĂŒtenkrone sind dagegen purpur. Die Mariendistel wĂ€chst meist auf trockenen und steinigen Böden.
Vorkommen / Verbreitung
In Europa ist die Mariendistel vor allem im Mittelmeerraum zu finden. Ihr Verbreitungsgebiet reicht in Richtung Osten bis in den Iran und SĂŒdrussland, in Richtung Westen bis auf Inseln wie die Azoren, die Kanaren oder Madeira.
Auch in Nord- und SĂŒdamerika hat sich die Mariendistel als invasive Pflanze ausgebreitet.
In Deutschland, Ăsterreich und Ungarn, aber auch in China und einigen LĂ€ndern SĂŒdamerikas wird die Mariendistel auch kommerziell angebaut.
Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung
Aus den Samen der Mariendistel kann Mariendistelöl gepresst werden. Das Ăl enthĂ€lt den gefragten Inhaltsstoff Silymarin, welcher ebenfalls aus den Samenschalen gewonnen werden kann.
Silymarin wird insbesondere zur Entlastung und UnterstĂŒtzung der Leber eingesetzt. Als Antioxidans bekĂ€mpft es freie Radikale. AuĂerdem soll es die Membranen der Leberzellen stabilisieren und die natĂŒrliche Leberregeneration unterstĂŒtzen.
Genutzte Pflanzenteile
Geerntet werden ausschlieĂlich die Samen der BlĂŒtenkapseln. Um zu verhindern, dass die BlĂŒtenkapseln ihre Samen ausstoĂen, werden die Disteln geschwadet:
Man schneidet sie ab und lĂ€sst sie auf dem Feld liegen. Einige Tage spĂ€ter werden die Samen mit einem MĂ€hdrescher geerntet. Die Samen werden getrocknet und gereinigt und können anschlieĂend verarbeitet werden.
Hinweise
Nicht geeignet fĂŒr Menschen mit Allergie gegen KorbblĂŒtler.
Allgemeines
Vom Verzehr oder der Anwendung selbst gesammelter oder angebauter Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genieĂbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenieĂbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.
NahrungsergĂ€nzungsmittel sind kein Ersatz fĂŒr eine abwechslungsreiche, ausgewogene ErnĂ€hrung und eine gesunde Lebensweise.
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Bild: © Curtis Clark
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