Rote Weinrebe

Erfahren Sie mehr über die Herkunft und Wirkung der roten Weinrebe

Allgemeines und Geschichte: Weinstöcke wurden bereits im 6. Jahrtausend v.Chr. kultiviert. Im Vordergrund stand damals die Gewinnung von Wein. Bildliche Darstellungen der Reben wurden in alten ägyptischen Gräbern oder auf antiken griechischen Münzen gefunden. Die Römer erwähnten erstmalig um 60 n.Chr. die gesundheitlichen Nutzen der Weinblätter. Beschrieben wurde damals die Wirkung bei Kopfweh, Entzündungen, brennenden Schmerzen im Magen, Gelenkerkrankungen und Hilfe bei Blutfluss. Dann war es lange Zeit ruhig um die roten Weinblätter, bis die Phytotherapie im 20. Jhd. die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten neu entdeckte. Übrigens ist das rote Weinlaub, wie die Weinblätter auch genannt werden, im frischen Zustand, zur Zeit der Traubenlese dunkelrot, es verfärbt sich dann beim Trocknen hellrot. Nachdem das Chlorophyll in den grünen Blättern im Herbst abgebaut wird, kommen die Anthocyane zum Vorschein und färben das Blatt rot.

Rote Weinrebe

Wissenschaftlicher Name: Vitis vinifera

Etymologie: Der lateinische Name "Vitis" soll vom Verb "Vier" abstammen, dass mit "sich winden" in Verbindung gebracht wird. Vinifer ist ebenfalls lateinisch und setzt sich zusammen aus "Vinum = Wein" und "fer = "tragend".

Botanik: Die Edle Weinrebe ist ursprünglich im südlichen Europa und Westasien beheimatet und wird heute weltweit in allen gemäßigten Klimazonen angebaut. Die Blätter des Weinstocks sind drei- bis fünflappig, an der Oberseite glatt und an der Unterseite weiß bis fast filzig behaart.

Genutzte Pflanzenteile: Am bekanntesten ist wohl der Wein, den man durch das Vergären der Weintrauben gewinnt. Ebenso wie die alkoholfreie Variante, der Traubensaft. Doch auch die Weinblätter sind in manchen Ländern als Lebensmittel eine Delikatesse. Besonders im arabischen Raum gibt es dazu zahlreiche Rezepte, wie z.B. verschieden gefüllte Rouladen in Weinblättern. In Frankreich isst man gerne den Käse, in Weinblätter gehüllt. Gefüllte Weinblätter mit einer Reismischung sind ebenfalls ein Klassiker aus der türkischen und griechischen Küche.

Potentiell aktive Inhaltsstoffe: In den Trauben selbst ist viel Wasser, Fruchtzucker, Wein- und Apfelsäure enthalten. Für die Gesundheit interessant sind das in den Traubenschalen und -stielen vorkommende Resveratrol, B-Vitamine und das vor allem in den Kernen vorhandene OPC. Die Weinblätter enthalten Flavonoide, Quercetin, Kämpferol und Rutin, außerdem Gerbstoffe, Anthocyane und Kaffeesäurederivate. Bei den französischen Weinbauern war es üblich, die bei der Weinlese anfallenden Blätter zu sammeln und daraus Aufgüsse und breiartige Umschläge herzustellen. Diese verschafften Linderung bei schmerzenden und geschwollenen Beinen.

Mittlerweile gibt es Studien, die eine Wirksamkeit von Roten Weinblattextrakten bei Venenleiden belegen.

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