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Pflanzenkunde

Braunalge

12. Nov. 2015
3 Minuten

Braunalge - Botanik und Wirkung

Etymologie und Geschichtliches

Aus der Braunalge wird AlginsÀure gewonnen, ein Polysaccharid das in der Nahrungsmittel- und Biotech-Industrie Verwendung findet.

Allein aus Vorkommen in Irland werden zur Herstellung von Alginat fĂŒr die Verwendung in Tierfutter und in NaturdĂŒngern jĂ€hrlich 30,000 t geerntet.

Das Alter der Pflanze kann aus den Eigenschaften der Sprossen bestimmt werden. Daher dient die Braunalge auch zum Monitoring der WasserqualitÀt, besonders der Schwermetallkonzentrationen.

Wissenschaftlicher Name: Ascophyllum nodosum (L.) Le Jolis.

VolkstĂŒmliche Namen: Braunalge, Knotentang, Norwegischer Kelp, Knotenkelp, Eiertang.

Der Gattungsname leitet sich vom Griechischen "askos = Beutel aus Leder oder Tierhaut zur Aufbewahrung von FlĂŒssigkeiten" und "phylum = Blatt" her. Der Artenname 'nodosum' bezieht sich auf das Lateinische 'nodus = Knoten'.

Botanik der Braunalge

 Ascophyllum nodosum hat flache, unregelmĂ€ĂŸig verzweigte Sprossen ohne Mittelrippe. Die ausgeprĂ€gten Seitenzweige sind in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden mit großen eiförmigen Schwimmblasen ausgestattet. Die Sprossen sind hellgelb bis oliv-brĂ€unlich, lederartig, buschig und können bis 2 m lang werden. Sie sind mittels einer Haftscheibe an Steinen verankert.

Ascophyllum ist eng verwandt mit der Gattung Fucus. Die Braunalge wĂ€chst relativ langsam, ca. 0,5% pro Tag und wird durchschnittlich 10 bis 15 Jahre alt. Es wurden aber auch AlgenbĂŒndel gefunden, fĂŒr die ein Alter von ĂŒber 400 Jahren nachgewiesen werden konnte.

Vorkommen / Verbreitung

Zur Gattung dieser verbreiteten Braunalge gehört nur eine Art, die in den felsigen KĂŒstenbereichen der gemĂ€ĂŸigten Klimazone zuhause ist, insbesondere in den von den Gezeiten betroffenen Zonen des nördlichen Atlantischen Ozeans an den KĂŒsten Portugals bis Kanadas bis Grönlands bis Norwegens. 

Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung

Hoher Anteil von Spurenelementen. EnthÀlt relevante Mengen an Jod, Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen, B Vitamine und Vitamin C, sowie andere Mineralstoffe, darunter Brom, Algin, Silicium, Stickstoff, Phosphor, Selen, Zink, Bor, Vanadium, Molybden und Beryllium, und weiterhin Cytokinine, Gibberelline, Betaine, Mannitol, Polysaccharide, AminosÀuren und Proteine.

Die Braunalge ist ein Antioxidant (RadikalfĂ€nger), die enthaltenen Polysaccharide haben unter UmstĂ€nden eine antidiabetische Wirkung. 

Braunalgen sind eine Jodquelle. Jod spielt bei der Produktion von SchilddrĂŒsenhormonen eine wichtige Rolle, die wiederum fĂŒr einen gesunden Zellstoffwechsel unabdingbar sind.

Genutzte Pflanzenteile

Genutzt werden Sprossen und Wedel: Aus Braunalgen werden Alginate gewonnen, die als Gelbildner Verwendung finden. Alginate sind ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von Jod aus Meeresalgen. 

Hinweise

"Insbesondere Personen mit SchilddrĂŒsenerkrankungen sollten auf die eigenmĂ€chtige Einnahme jodhaltiger NahrungsergĂ€nzungsmittel verzichten." (apotheken.de)

NahrungsergĂ€nzungsmittel mit Jod eignen sich nicht als Schutz vor radioaktivem Jod bei gesteigerter RadioaktivitĂ€t, wie zum Beispiel nach einem radioaktiven Notfall. DafĂŒr sind ausschließlich spezielle Jodtabletten geeignet, die im Notfall ĂŒber die Katastrophenschutzbehörden verteilt werden und nur nach ausdrĂŒcklicher Aufforderung eingenommen werden dĂŒrfen.

Allgemeines

Vom Verzehr oder der Anwendung selbst gesammelter oder angebauter Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.

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