Computer Bild Top Shop
Jetzt nur für kurze Zeit: reduzierte Versandkosten 5,90€ 2,90€!
Jetzt nur für kurze Zeit: reduzierte Versandkosten 5,90€ 2,90€!

Holunder - Botanik und Wirkung

Holunder Pflanzenkunde

Etymologie und Geschichtliches

Als Holunder, was eigentlich der deutsche Name der ganzen Pflanzengattung Sambucus ist, wird im allgemeinen Sprachgebrauch der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) bezeichnet.

Verbreitete Volksnamen sind Holler(staude), Holder, Elder(baum), Schwarzholder u.v.m. Zumindest bis ins 16. Jahrhundert soll der Strauch auch als Flieder bezeichnet worden sein, später wurde dieser Name nur noch für den Zierflieder verwendet.

Der Schwarze Holunder wird vermutlich seit Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt. Darauf könnten die zahllosen Mythen hinweisen, die sich um den Holunder ranken. Manchen Überlieferungen zufolge müssen vor der Ernte von Holunderblüten oder -beeren erst die in der Pflanze wohnenden Geister besänftigt werden.

Ob der Holunder tatsächlich von den Germanen als Wohnsitz einer Muttergöttin namens Holda, Holla oder – moderner – Frau Holle angesehen wurde, wie in einschlägigen Veröffentlichungen gern behauptet wird, ist umstritten.

Aus der germanischen Mythologie soll auch die Vorstellung kommen, dass Zubereitungen mit Holunderblüten oder -beeren am Johannistag (24.06.), bzw. kurz nach der Sommersonnenwende, besondere Wirkungen haben sollen.


Botanik des Holunder

Holunder bezeichnet eine Pflanzengattung in der Familie der Geißblattgewächse bzw. Moschuskrautgewächse. Zur Gattung gehören weltweit etwas zwanzig Arten.

Der in Mitteleuropa heimische Schwarze Holunder wächst als Strauch mit hellgrauer Rinde, hohlem Mark und gegenständigen Blättern mit 5 gesägten Fiederblättchen. Der Strauch wird 3 bis 7 Meter hoch. Die kleinen, zwittrigen, gelblichweißen Blüten mit 5 Blütenblättern zeigen sich in großen, flachen Trugdolden. Die kugeligen, gestielten Beeren haben in reifem Zustand eine tief schwarzviolette Farbe und blutroten Saft.

Vorkommen / Verbreitung

Von den weltweit etwa zwanzig Holunder-Arten sind drei in Mitteleuropa verbreitet. Schwarzer und Roter Holunder (Sambucus racemosa, auch Bergholunder, Traubenholunder) sind Sträucher, der Zwergholunder ist staudenförmig. Blütezeit ist je nach Art und Klima April bis Juli.

Der Schwarze Holunder findet sich häufig in Gebüschen und Hecken, an Bachufern, in Auwäldern; der Rote Holunder in lichten Nadelwäldern, an Waldrändern, in hügeligen Gebieten und im Gebirge. Holunder wird auch in Gärten kultiviert und war als Gartenpflanze einst sehr beliebt. Da aber sein süßlich-schwerer Geruch für manche Menschen unangenehm ist, nimmt diese Beliebtheit seit vielen Jahren ab.


Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung

Die Blüten des Schwarzen Holunder enthalten ätherisches Öl, Phenolsäuren, Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe, Triterpene und Triterpensäuren, Tannine, Sterole und Mineralien wie Kalium.

Die Beeren des Schwarzen Holunder enthalten Zucker (Fructose, Glucose), Vitamin C (ca. 18 mg in 100 g), Vitamin A und B2, Folsäure, Mineralstoffe (u.a. Kalium ca. 303 mg, Calcium ca. 37 mg, Phosphor ca. 57 mg in 100 g), Fruchtsäuren (Apfel- und Zitronensäure) und Flavonoide.

Genutzte Pflanzenteile

In früheren Zeiten sollen auch Blätter, Rinde und Wurzeln für volksheilkundliche Zwecke genutzt worden sein; heute verwendet man nur noch die Beeren und hauptsächlich die Blüten.

Mit den Blüten wird in erster Linie Tee zubereitet, aus den Beeren meist Saft gewonnen. Es dürfen nur vollreife Beeren verwendet bzw. verarbeitet werden.


Hinweise

Holunder bzw. Holunderzubereitungen können allergische Reaktionen hervorrufen. Rohe oder ungenügend erhitzte Beeren können zu Übelkeit und Erbrechen führen. Rohe, unreife bzw. grüne Beeren des Schwarzen Holunder werden in gängigen Pflanzenführern als giftig beschrieben. Die „Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn“ (https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen) stuft den Zwergholunder und den Traubenholunder (Sambucus racemosa, Roter Holunder) als gering giftig ein. In der Schwangerschaft sollten Blätter, Blüten, Rinde, Wurzeln oder rohe Beeren grundsätzlich nicht verwendet werden.

Allgemeines

Vom Verzehr oder der Anwendung von Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsätzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefährlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schädlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefährlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.


Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich dem allgemeinen Überblick - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - und/oder der Unterhaltung. Die Inhalte dieser Seite ersetzen bei medizinischen Problemen oder Themen keinesfalls die professionelle Beratung durch einen Arzt. Suchen Sie bei medizinischen Problemen einen Arzt auf.

Die vorgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert und werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Dennoch können wir keinerlei Haftung für Schäden irgendeiner Art übernehmen, die sich direkt oder indirekt aus der praktischen Verwendung oder Umsetzung der Informationen ergeben.

© Bild: fotolia