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Lavendel

Erfahren Sie mehr über Herkunft und Wirkung des Lavendels

Allgemeines und Geschichte: Beim Stichwort Provence schweift unser Blick im Geiste über schier endlose Lavendelfelder, genau wie in Bildbänden und Reisekatalogen oft dargestellt. Doch gehen wir etwas in der Geschichte zurück, dann stellt sich etwas ganz anderes dar. Zum einen gab es lange Zeit, bis zum 19 Jhd. in der Provence gar keine Lavendelplantagen, vielmehr wuchsen die Pflanzen üppig an den Gebirgshängen der Haute-Provence und wurde in freier Landschaft von Bauern- und Hirtenfamilien mit Sicheln geerntet und noch vor Ort mit fahrbaren Destillierapparaten zu Lavendelöl weiterverarbeitet. Zum anderen ist nun wenig bekannt, dass im 16. und 17. Jhd. die größten Lavendelplantagen in Großbritannien waren. Der ganze Süden Londons, heute mit den Stadtvierteln Sutton, Mitcham und Carshalton bebaut war einst überzogen von Lavendelfeldern. Was war der Grund?

Lavendel

Zur Zeit der Protestantenverfolgung in Frankreich wanderten Familien aus der Haute Provence aus und brachten ihre Lavendelstecklinge mit ins fremde Land. Damals galten die englischen Lavendelöle als eine der besten. Was war der Grund? Zur Zeit der Protestantenverfolgung in Frankreich wanderten Familien aus der Haute Provence aus und brachten ihre Lavendelstecklinge mit ins fremde Land. Damals galten die englischen Lavendelöle als eine der besten.

Botanik: Die Lavendel-Arten zählen zur Familie der Lippenblütler. Das begehrte echte Lavendelöl und die Lavendelblüten stammen von der offizinellen Lavendelart Lavendula angustifolia ab. Neben vielen weiteren Lavendelarten ist auch Lavandin, eine Kreuzung aus echtem Lavendel und Speik-Lavendel, bekannt. Im Gegensatz zum echten Lavendel, der in Höhenlagen zwischen 600 und 800 m angebaut wird, wird Lavandin zwischen 400 und 600 m kultiviert. Er ist einfacher anzubauen, doch seine Qualität ist wesentlich geringer als die des echten Lavendels. Für die Gewinnung von 1 Liter Lavendelöl werden ca. 140 – 160 kg Lavendelblüten benötigt. Ursprünglich wurden die Blütenstängel der Lavendelpflanzen mühsam mit Handsicheln geschnitten. An einer Bewirtschaftungsfläche von 10 ha arbeitete eine vierköpfige Bauernfamilie etwa 30 Tage. Nach einer Trocknungszeit in der Sonne kamen die Blüten in einen kupfernen Kessel mit helmartigem Aufsatz. Durch Wasserdampfdestillation wurde so das begehrte Lavendelöl und als Nebenprodukt das Lavendelwasser gewonnen. Heute leisten moderne Landmaschinen mit ausgeklügelten Schneidewerkzeugen diese Arbeit und auch die Weiterverarbeitung ist weniger mühsam.

Genutzte Pflanzenteile: In den Lavendelblüten ist bis zu 3%-iges ätherisches Öl mit wertvollen Inhaltsstoffen enthalten. Neben den Hauptstoffen Linalylacetat und Linalool finden sich in den Blüten Lamiaceen-Gerbstoffe, besondere Rosmarinsäure, Flavonoide sowie Spuren an Phytosterolen und Triterpenen. Vermischt mit einem Basisöl kann das echte Lavendelöl auf die Haut aufgetragen, die Durchblutung fördern und z.B. Nackensteifigkeit und Muskelverspannungen wohltuend beeinflussen. Bei kleinen Hautrissen und irritierter Haut leisten die milden Gerbstoffe gute Dienste. Lavendel innerlich, als Tee angewandt, kann Unruhegefühle mildern und sich positiv auf die Verdauung auswirken. In Inhalationsmischungen und in Aromabädern kann Lavendel zur Entspannung beitragen. Die Kosmetikindustrie nutzt das Lavendelöl gerne in Salben und Cremes, die der Regeneration, Beruhigung, Desinfektion der Haut und der Glättung dienen. Als Teil der Gewürzmischung „Kräuter der Provence“ gehört Lavendel zur mediterranen Küche. Aufgrund seines intensiven Aromas sollte sehr vorsichtig gewürzt werden. Besonders geeignet ist kräftiges Fleisch wie Lamm oder Wild. Der intensive Lavendelduft schreckt auch Ungeziefer ab. Zur Abwehr von Motten gibt es Duftsäckchen oder –Kugeln, die in Kleiderschränken und Kommoden platziert werden.

Bild: © christian rycx/fotolia