Rosskastanie

Erfahren Sie mehr über die Herkunft und Wirkung der Rosskastanie

Allgemeines und Geschichte: Zur Gattung gehören 13 Arten, die in Europa, Indien und Ostasien sowie Nordamerika zuhause sind, A. hippocastanum insbesondere in den Gebirgen Griechenlands, in Bulgarien, im Kaukasus, Iran und Himalaya. Durch Kultur verbreitet in Europa bis zu den Britischen Inseln, Dänemark, Skandinavien und Russland. Die Rosskastanie gelangte erst im 16. Jahrhundert durch die Türken ins mittlere und westliche Europa, die die Samen als Pferdefutter und als Mittel gegen den Husten der Pferde mit sich führten. Volksmedizinisch wurde vor allem die Rinde gegen Fieber (anstelle Chinarinde), als Hustenmittel, zur Stärkung und als Schnupfmittel bei Migräne verwendet. Das Öl der Früchte fand Anwendung bei Gicht und Rheuma.

Wissenschaftlicher Name: Aesculus hippocastanum L.

Volkstümliche Namen: Foppkastanie, (gemeine) Rosskastanie, Jude(n)kest, Pferdekastanie, Saukastanie, Vixirinde, weiße Rosskastanie, wilde Kastanie.

Rosskastanie

Etymologie: Der Gattungsname 'Aesculus' wurde der Pflanze von Linné nach einer von Plinius als 'aesculus' bezeichneten Eichenart gegeben. Er wird mit dem lateinischen Wort 'edere = essen' in Zusammenhang gebracht (obgleich die Früchte der Rosskastanie im Gegensatz zu denen der Esskastanie NICHT essbar sind). Die Artenbezeichnung 'hippocastanum = Rosskastanie' ist ein von Linné adaptierter Name aus alten Bezeichnungen für die Pflanze, bezugnehmend auf die ursprüngliche Verwendung als Pferdeheilmittel.

Botanik: A. hippocastanum ist ein bis 35 m hoher sommergrüner Baum mit großer, regelmäßiger und dicht belaubter Krone. Die Wurzeln sind glatt und von großer Ausbreitung Der Stamm ist anfangs glatt, später mit dünnschuppig abblätternder, graubraun oder grauschwarz rissiger Borke. Die Laubblätter sind 5- bis 7-zählig gefingert und sitzen auf bis 20 cm langen Stielen. Die Blüten sind steif aufrechte, kegel- oder lang-eiförmige weiße Rispen (Kronblätter mit anfänglich gelbem, später rotem Fleck). Der dreifächrige Fruchtknoten ist samtig und behaart. Die gelbgrüne Kapsel ist kugelig, weichstachelig und fein behaart. Die Samen sind flachkugelig, glänzend braun, mit großem gelblichgraubraunem Nabelfleck und derber Schale.

Genutzte Pflanzenteile: sind die getrockneten Rosskastanienblätter und deren Zubereitungen (z.B. Tees und Extrakte), das bei der Extraktion der geschälten Samen anfallende Rosskastanienöl sowie die getrockneten Rosskastaniensamen.

Potentiell aktive Inhaltsstoffe: Triterpensaponine (Aescin) (in den Samen), Hydroxycumarine (Aesculin, Fraxin, Scopolin u.a.), Oligo- und Polysaccaride (in den Samen), Flavonoide, Gerbstoffe und fettes Öl (in den Samen).

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