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Pflanzenkunde

Rotklee

14. Okt. 2015
3 Minuten

Rotklee - Botanik und Wirkung

Etymologie und Geschichtliches 

Der Gattungsname geht auf die Blattform zurĂŒck. 'Trifolium' besteht aus den lateinischen Wörtern 'tri = drei' und 'folium = Blatt'.

'Pratense' ist von Lateinisch 'pratum = Wiese' und verweist so auf den hauptsÀchlichen Standort.

Wissenschaftlicher Name: Trifolium pratense L.

VolkstĂŒmliche Namen: Ackerklee, Hasenklee, Honigblume, Katzenklee, Mattenklee, Steinklee, Weiss-, Rot- und Wiesenklee.

Erste ErwĂ€hnung findet der Rotklee in Deutschland im 11. Jahrhundert. Hildegard von Bingen nennt ihn in ihrer ‚Physica', aber erst im 16. Jahrhundert findet er Eingang in die KrĂ€uterbĂŒcher.

Lonicerus bezeichnet ihn als erweichendes und weißflußstillendes Mittel. Matthiolus fĂŒgt hinzu, daß der rote Klee die Menses stille, der weiße sie hingegen flĂŒssig mache. Zwinger gibt 1626 eine umfangreichere Darstellung der Wirkungen des Weißklees. 

Botanik des Rotklee 

T. pratense ist ein ausdauerndes Kraut von 15 bis 40 cm Höhe mit einem bĂŒscheligen Wurzelstock und einer grundstĂ€ndigen Blattrosette.

Aus dem Wurzelstock wĂ€chst ein aufrechter, kantiger StĂ€ngel hervor, der mit wechselstĂ€ndigen, dreizĂ€hligen elliptischen oder eiförmigen BlĂ€ttern besetzt ist, die einen charakteristischen pfeilförmigen, weißen Fleck auf der Oberseite haben.

An den Spitzen der StĂ€ngel stehen 1 bis 4 BlĂŒtenköpfe, die kugelig bis eiförmig sind. Der Kelch ist röhrig-glockig, die KronblĂ€tter hellkarmin- bis fleischrot, seltener gelblichweiß oder reinweiß.

Die Frucht ist eine eiförmige, einsamige und dĂŒnnhĂ€utige HĂŒlse. Der Samen ist lĂ€nglich-eiförmig, gelb bis brĂ€unlich oder violett.

Vorkommen / Verbreitung

Zur Gattung gehören ca. 240 Arten, die weltweit in gemĂ€ĂŸgten und subtropischen Regionen, ausgenommen Australien, zuhause sind, T. pratense insbesondere in Europa bis Afghanistan, in Nordamerika eingefĂŒhrt.

Der Rotklee fĂŒhlt sich auf trockenen bis mĂ€ĂŸig feuchten Wiesen mit nĂ€hrstoffreichen Böden wohl. 

Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung

Rotklee enthĂ€lt Ă€therisches Öl, Methylanthranilat (nur in den frischen BlĂŒten), Isoflavonoide, Cumarinderivate und cyanogene Glykoside.

Bis in die modernen ArzneibĂŒcher hinein sind Rot-, Weiß- und Wiesenklee fĂŒr diverse Indikationen gelistet, insbesondere Gicht und rheumatische Erkrankungen.

Genutzte Pflanzenteile

Der Rotklee ist eine wichtige, eiweißreiche Futterpflanze. Er wird oft auf Äckern oder mit der Wiesensaat angebaut/angepflanzt.

Naturheilkundlich finden die BlĂŒten von Trifolium pratense L. Verwendung, als Droge die getrockneten BlĂŒtenköpfchen.

Hinweise

Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung empfiehlt bei NahrungsergĂ€nzungsmitteln mit Rotklee-Isoflavonen eine Menge von max. 43,5 mg Isoflavonen pro Tag und die Dauer von max. drei Monaten nicht zu ĂŒberschreiten.

Allgemeines

Vom Verzehr oder der Anwendung selbst gesammelter oder angebauter Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.

NahrungsergĂ€nzungsmittel sind kein Ersatz fĂŒr eine abwechslungsreiche, ausgewogene ErnĂ€hrung und eine gesunde Lebensweise.

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© Bild: Axel Gutjahr/fotolia

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