Safran
Safran (Echter Safran) â Wirkung und Botanik
Etymologie und Geschichtliches
Der Name Safran stammt aus dem Arabischen und leitet sich von âzaâfĂąnâ (in etwa âgelb seinâ) ab. Der Echte Safran wird auch Herbstkrokus oder Suppengelb genannt.
Wissenschaftlicher Name: Crocus sativus
Seit ĂŒber 4000 Jahren ist Safran ein begehrtes FĂ€rbemittel fĂŒr kostbare GewĂ€nder und â auch heute noch â das teuerste GewĂŒrz der Welt.
Aus gutem Grund: FĂŒr 1 Kilogramm Echten Safran mĂŒssen SafranfĂ€den einzeln von Hand aus rund 200.000 BlĂŒten gezupft werden.
Vom östlichen Mittelmeerraum verbreitete sich der Safran als kostbares Handelsgut im Lauf der Jahrhunderte ĂŒber ganz Europa. Als im FrĂŒhmittelalter ein GroĂteil der Handelswege von Arabern ĂŒbernommen wurde, verdrĂ€ngte der arabischstĂ€mmige Name Safran die zuvor gĂ€ngigen griechischen und lateinischen Namen.
EuropĂ€ische Zentren des Safranhandels im Mittelalter waren StĂ€dte wie NĂŒrnberg in Deutschland, Saffron Walden in England und Valencia in Spanien. In Spanien, Italien und SĂŒdfrankreich wurde Safran ab dem 13., in Deutschland ab dem 15. Jahrhundert auch angebaut.
500 Gramm Safran sollen um 1400 so viel wert gewesen sein wie ein Pferd â was wiederum dem heutigen Wert eines Mittelklasse-Autos entsprĂ€che. Kein Wunder, dass Safran zu allen Zeiten gern gestreckt oder sogar gefĂ€lscht wurde. Allerdings standen darauf auch schon immer hohe Strafen. In NĂŒrnberg beispielsweise gab es amtlich bestellte SafranprĂŒfer und ein SafranfĂ€lscher konnte dort sogar verbrannt werden.
Botanik des Safran
Der Echte Safran gehört zur Familie der SchwertliliengewĂ€chse (Iridaceae). Er ist eine bis zu 25 cm hohe, ausdauernde Pflanze mit kleiner, unterirdischer Knolle. BlĂŒtezeit ist September bis November.
Die schmalen, bis zu 40 cm langen BlĂ€tter erscheinen erst zusammen mit den violetten BlĂŒten im Herbst. Aus den BlĂŒten ragen meist drei fadenförmige, orangerote NarbenĂ€ste bzw. SafranfĂ€den.
Vorkommen / Verbreitung
Als Heimat des Safran gilt der Vordere Orient, genetische Untersuchungen deuten auch auf Griechenland hin. Das heutige Verbreitungsgebiet dehnt sich vom Mittelmeerraum bis nach Indien aus. In Mitteleuropa kommt Safran nur als Kulturpflanze vor. Er wird z.B. auch in Ăsterreich, Deutschland und der Schweiz angebaut.
Inhaltsstoffe und deren potentielle Wirkung
Der Echte Safran enthĂ€lt Ă€therisches Ăl mit Cineol und Pinen, die gelben Farbstoffe Crocetin und Crocin, den Bitterstoff Picrocrocin sowie den GeruchstrĂ€ger Safranal.
Safran wird heute vor allem als GewĂŒrz in der KĂŒche genutzt und verleiht Gerichten einen intensiven Gelbton. Allerdings ist er hitzeempfindlich: Je nachdem, ob mehr auf die FĂ€rbung oder mehr auf das charakteristische, aber flĂŒchtige Aroma Wert gelegt wird, sollte der Safran eher zu Beginn oder eher gegen Ende der Kochzeit hinzugefĂŒgt werden.
Der Safran war zu allen Zeiten auch als Heilpflanze fĂŒr innerliche und Ă€uĂerliche Anwendungen in Gebrauch. In der Antike wurde er unter anderem bei Hautkrankheiten genutzt. Im Mittelalter schrieb man ihm krampflösende Eigenschaften zu und verabreichte ihn deshalb z.B. GebĂ€renden. Aus der Volksmedizin ĂŒberliefert sind zudem Anwendungen bei Wunden, EntzĂŒndungen und Magenproblemen.
Seit der Antike gilt Safran bei Ăberdosierung auch als Rauschdroge. Paracelsus beispielsweise wird die Aussage zugeschrieben, der Safran mache âein fröhlich und gut GeblĂŒtâ. Allerdings wurde und wird auch stets vor einer Ăberdosierung gewarnt, da eine solche auch tödlich sein kann. Unter normalen UmstĂ€nden, z.B. bei der Verwendung als GewĂŒrz, wird aber weder eine berauschende noch eine tödliche Wirkung erzielt.
Genutzte Pflanzenteile
Von der Safranpflanze werden ausschlieĂlich die SafranfĂ€den genutzt. FĂŒr beste QualitĂ€t werden diese NarbenĂ€ste vom Griffel komplett getrennt. Wenn sie noch mit den Griffelenden verbunden sind, ist die FĂ€rbekraft geringer, das Aroma allerdings etwas stĂ€rker.
Hinweise
Bei Verwendung als GewĂŒrz sollte Safran niedrig dosiert werden, um zu vermeiden, dass er zu stark hervorschmeckt: âPro Portion sollten es nicht mehr als 0,2 Gramm Safran sein.â (gutekueche.ch)1
Ab einer Dosis von ca. 10 Gramm kann Safran fĂŒr Erwachsene tödlich sein. Bei Kindern ist die tödliche Dosis wesentlich geringer.2
âEine Ăberdosis Safran ist toxisch. Zu den Vergiftungssymptomen gehören Ăbelkeit, Durchfall, Blutungen und Schwindel.â (pharmawiki.ch)3
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere und Menschen, die auf Safran allergisch reagieren, sollten auf den Verzehr von Safran verzichten.4
Allgemeines
Vom Verzehr oder der Anwendung von Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsĂ€tzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genieĂbar und ungefĂ€hrlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schĂ€dlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenieĂbaren und gefĂ€hrlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.
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FuĂnoten:
1) gutekueche.ch, Safran, aufgerufen im Internet auf gutekueche.ch am 21.02.2023
2) Koppenwallner, K., Safran â ein Luxus, den man nicht ĂŒbertreiben sollte, aufgerufen im Internet auf welt.de am 21.02.2023
3) pharmawiki.ch, Safran, aufgerufen im Internet auf pharmawiki.ch am 21.02.2023
4) Chrubasik-Hausmann S. Safran â das pflanzliche Gold ist vielseitig nutzbar, aufgerufen im Internet auf uniklinik-freiburg.de am 21.02.2023
© Bild: fotolinchen - Getty Images
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