Wegwarte (Zichorie) - Pflanzenkunde

Etymologie und Geschichtliches

Der wissenschaftliche Name der Wegwarte (auch Gemeine Wegwarte) lautet Cichorium intybus, bekannt ist sie auch als Zichorie (oder Wilde Zichorie). Volksnamen sind Faule Gretl oder Hans am Weg, Blaue Distel, Wilde Endivie, Sonnenwende, Wegleuchte u.v.m.

Die Wegwarte (Zichorie) wurde bereits in Aufzeichnungen der alten Ägypter und Römer als heilkräftige Pflanze erwähnt.

Wegwarte (Zichorie)

Sie fand auch Eingang in die germanische Mythologie und noch im Mittelalter sagte man ihr magische Kräfte nach. Im 18. Jahrhundert wurde ihr Anbau staatlich gefördert.

Einer Kulturvarietät der Wegwarte (Zichorie) entstammt der als Salat oder Gemüse bekannte bleiche Chicorée, eine weitere, rot gefärbte Varietät ist Radicchio.

Die Wegwarte (Zichorie) war 2005 Gemüse des Jahres, 2009 Blume des Jahres und 2020 Heilpflanze des Jahres (ernannt durch den Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V.).


Botanik der Wegwarte (Zichorie)

Die Wegwarte (Zichorie) gehört zur Familie der Korbblütler. Als ausdauernde, mehrjährige Wild- oder Kulturpflanze wird sie bis 1 Meter, manchmal bis zu 1,5 Meter, hoch, wobei die Stängel hohl, kantig und dicht behaart sind.

Weitere Merkmale sind fiederteilige Grundblätter, kleine, lanzettliche Stängelblätter und große Blütenköpfe mit langen, blauen Zungenblüten. Der Wurzelstock ist lang, dick und spindelförmig (Pfahlwurzel).

Blütezeit der Wegwarte (Zichorie) ist Juli bis September oder Oktober. Die Blüten öffnen sich gegen 6 Uhr morgens, folgen dem Lauf der Sonne und schließen sich wieder gegen 12 Uhr mittags.

Vorkommen / Verbreitung

Natürlicherweise ist die Wegwarte (Zichorie) in Europa und Asien verbreitet. Wegränder und –raine, Böschungen und Brachflächen, auch Bahnschotter oder Schuttplätze sind bevorzugte Standorte; auf oder an Äckern ist die Pflanze seltener anzutreffen. Im Garten bevorzugt sie sonnige Plätze mit leichtem, durchlässigem Boden. .


Potentiell aktive Inhaltsstoffe

Die Wurzel der Wegwarte (Zichorie) enthält bis zu 60% Inulin (ein Ballaststoff), außerdem Bitterstoffe, Phenolcarbonsäuren, Cumarine, Flovonoide,, Zucker, Schleimstoffe und Harze. Die Blätter enthalten Bitterstoffe und Flavonoide.

Genutzte Pflanzenteile

Nur die Stängel der Wegwarte (Zichorie) werden nicht verwendet. Die jungen Blätter eignen sich als Salat oder Frühjahrsgemüse, die blauen Blüten werden zur Garnierung von Salaten genutzt oder können in Marinade eingelegt werden. Sowohl Blüten als auch Blätter sind – klein gehackt – als Butterbrotbelag oder Würze im Kräuterquark beliebt.

Seit dem 18. Jahrhundert sind die gerösteten Wurzeln der Wegwarte als koffeinfreier Kaffeeersatz – Muckefuck oder Zichorienkaffee – bekannt. Gekochte Wurzeln werden als Gemüse gegessen. Aufgüsse der Wurzeln, Blüten oder Blätter kennt die Volksheilkunde als Mittel zur Unterstützung der Verdauung.


Hinweise

Bei Gallensteinen oder Korbblütler-Allergie sollten Zubereitungen mit Wegwarte (Zichorie) nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. In seltenen Fällen kann Wegwarte (Zichorie) zu allergischen Hautreaktionen führen.

Allgemeines

Vom Verzehr von Pflanzen, die man nicht oder nicht ausreichend kennt, oder Zubereitungen daraus, ist grundsätzlich abzuraten. Selbst Pflanzen, die im Allgemeinen als genießbar und ungefährlich gelten, können bei entsprechender Dosierung oder bei Schadstoffbelastung, durch die Zubereitung oder beispielsweise bei Allergien schädlich wirken. Oft besteht auch Verwechslungsgefahr mit ungenießbaren und gefährlichen Pflanzen. Holen Sie stets professionellen Rat von einer Fachperson, einem Arzt oder Apotheker ein.


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