Astaxanthin - Wirkung und Anwendung

(Autor: Bärbel Drexel Expertenteam | aktualisiert am 02.04.2020)

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Was ist Astaxanthin?

Von Astaxanthin ist zwar oft in Zusammenhang mit Algen die Rede, doch es ist selbst keine Alge. Astaxanthin ist ein Carotinoid, das von der Blutregenalge - Haematococcus pluvialis - produziert wird.

Bei der Blutregenalge handelt es sich um eine einzellige Grünalge, die im Süßwasser daheim ist. Sie ist ca. ein zehntel Millimeter klein. Das interessante Astaxanthin entsteht erst, wenn die kleine Grünalge unter Stress gerät. Dann stößt sie ihre Geißeln ab und entwickelt eine dicke Zellwand und den Farbstoff Astaxanthin zum Schutz.

Die Blutregenalge umgibt sich damit und wird dabei kugelrund. In einer so entstandenen stabilen Schale kann sie bis zu 40 Jahre ohne Wasser überleben. Diese erstaunliche Tatsache hat die Forscher überrascht und veranlasst, den Farbstoff Astaxanthin näher zu untersuchen. Sie entdeckten ein Carotinoid mit einer 10-fach höheren Kraft als das bekannte Betacarotin.

Die Blutegenalge dient als Futter für zahlreiche Wasserbewohner. Und besonders Lachse verzehren viele kleine Krebse und Krabben, die zuvor große Mengen der Alge aufgenommen haben. Lachse legen tausende Kilometer zurück um zu ihren Laichgebieten zu kommen. Dabei überwinden sie Stromschnellen und springen flussaufwärts über Felsen. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Astaxanthin für diese unglaubliche Energieleistung verantwortlich ist.


Astaxanthin: Wirkung als Antioxidans

Entstehen durch Umwelteinflüsse wie Abgase, UV-Strahlung u.a.m. zusätzliche „Freie Radikale“, können sich diese eigentlich natürlichen Bestandteile des Körpers negativ auf diesen auswirken. Das Carotinoid Astaxanthin unterstützt als Antioxidans bzw. „Radikalenfänger“ den Körper dabei, Freie Radikale unschädlich zu machen.

Astaxanthin ist mittlerweile gut erforscht und wird weltweit von einer immer größer werdenden Zahl an Menschen als Energieturbo geschätzt. Das Mehr an Leistung entsteht dadurch, weil Astaxanthin in jeder Zelle wirkt. Es ist besonders aktiv in den Zellmembranen und den Mitochondrien, den sog. Kraftwerken der Zellen, in denen Energie produziert wird.

Muskeln verfügen über besonders viele Zellen, dort kann Astaxanthin seine antioxidative Kraft besonders stark vermitteln. Das erklärt auch, warum viele Menschen von mehr Kraft und Ausdauer schwärmen.

Astaxanthin und die körperliche Leistungsfähigkeit

Anstrengende Workouts und körperlich anspruchsvolle Sportarten wie Schwimmen, Laufen und Gewichteben können durch Akkumulation zu einem erhöhten Cortisolspiegel und zur vermehrten Freisetzung von freien Radikalen führen. Das erzeugt oxidativen Stress, der während und nach dem Sport Müdigkeit, Erschöpfung und Muskelkater hervorrufen kann.

Die vorläufigen Ergebnisse einer Vielzahl von Studien lassen darauf schließen, dass Astaxanthin dazu beitragen kann, die körperliche Ausdauer zu steigern und – vor und nach dem Training – die Müdigkeit zu verringern. 

Hier muss noch viel Forschungsarbeit geleistet werden. Einige Studien am Menschen haben bereits positive Hinweise gegeben. In einer Studie von 2005* beispielsweise fanden Wissenschaftler heraus, dass eine Astaxanthin-Supplementierung möglicherweise zur Steigerung der Ausdauer beitragen kann. 

Auch die Kombination einer Astaxanthin-Supplementierung mit weiteren Maßnahmen kann eine Ermüdung durch körperliche Betätigung reduzieren: Dazu gehören unter anderem ausreichend Schlaf, die Aufnahme eisenhaltiger Lebensmittel oder eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr.

*Astaxanthin Supplementation Does Not Attenuate Muscle Injury Following Eccentric Exercise in Resistance-Trained Men; Richard J Bloomer, Andrew Fry, Brian Schilling, Loren Chiu, Naruhiro Hori, Lawrence Weiss. 

Astaxanthin für eine bessere Hautpflege

Auch für die Haut sind die antioxidativen Eigenschaften von Astaxanthin von Vorteil. Als sekundärer Pflanzenstoff fördert es bei äußerer Anwendung ein junges und gesundes Aussehen der Haut.

Wie schädlich es für die Haut sein kann, wenn sie zu starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, ist bekannt. UV-induzierte Hautschäden und Lichtalterungsprozesse werden häufig als äußere Anzeichen mit dem Alterungsprozess insgesamt gleichgesetzt.

Eine 2012 durchgeführte Studie bestätigte, dass eine kombinierte innerliche und äußerliche Anwendung von Astaxanthin bei der Reduzierung von Altersflecken und Falten sowie bei der Wiederherstellung der Hautfeuchtigkeit unterstützen kann. Solche „Anti-Aging“ Effekte konnten sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Probanden beobachtet werden. Um einen Zusammenhang zwischen Astaxanthin-Konsum und einer verbesserten Hautgesundheit schlüssig nachweisen zu können, müssten allerdings noch weitere Studien durchgeführt werden.

Einer Studie aus dem Jahr 2013* zufolge soll Astaxanthin nicht nur das Aussehen und die Gesundheit der Haut verbessern, sondern auch das Auftreten von Hautflecken hemmen können.

* Effective Inhibition of Skin Cancer, Tyrosinase, and Antioxidative Properties by Astaxanthin and Astaxanthin Esters From the Green Alga Haematococcus Pluvialis; Ambati Ranga Rao, H N Sindhuja, Shylaja M Dharmesh, Kadimi Udaya Sankar, Ravi Sarada, Gokare Aswathanarayana Ravishankar  

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