Was ist Spermidin – Food Trend oder "anti aging" Molekül?

Spermidin

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Zusammenfassung

  • Spermidin ist ein Molekül, das in allen Organismen vorkommt.
  • Es unterstützt den Regenerations- und Selbstreinigungsprozess der Zellen.
  • Als Inhaltsstoff von Weizenkeimen, Sojabohnen oder Kürbiskernen ist Spermidin ein Food Trend, dem körperliche und geistige „anti aging“ Effekte zugeschrieben werden.

Was ist Spermidin?

Spermidin ist ein biogenes Polyamin und damit ein polykationisches Molekül. Es kommt in allen lebenden Organismen vor.

Spermidin unterstützt die Autophagie, einen Regenerations- und Selbstreinigungsprozess der menschlichen Zellen. Dabei werden beschädigte oder fehlerhafte Zellbestandteile abgebaut und wiederverwertet. Der japanische Wissenschaftler Yoshinori Ohsumi hat die Steuerung der Autophagie erforscht und für die Entdeckung der Autophagie-Mechanismen 2016 den Nobelpreis für Medizin erhalten.1

Spermidin als Thema aktueller Forschung

Eine Funktionsstörung der Autophagie könnte zahlreiche Erkrankungen zur Folge haben oder begünstigen: Welche das genau sind, ob und in welcher Form Spermidin einen Einfluss auf die Behandlung oder Vorbeugung solcher Erkrankungen hat, ist Inhalt zahlreicher Studien und aktueller wissenschaftlicher Beiträge; z.B. von Forschern der Berliner Charité wie dem bekannten Virologen Christian Drosten.2


Was steckt hinter Spermidin als Food Trend?

Sich mit gesunder Ernährung auch bei zunehmendem Alter körperlich und geistig fit zu halten, ist ohnehin ein „neverending“ Food Trend. Und so berichten die einschlägigen Medien gern über Nahrungsmittel mit neu- oder wiederentdeckten Inhaltsstoffen, denen „anti aging“ Effekte zugeschrieben werden könnten – auch wenn es dazu vielleicht noch keine wissenschaftlichen Fakten, sondern zunächst nur Hinweise darauf gibt.

Weniger Spermidin im Alter

Von Spermidin ist bekannt, dass die Spermidinkonzentration im Körper mit zunehmendem Alter abnimmt, was mit nachlassenden Zellfunktionen in Zusammenhang stehen könnte. Eine Empfehlung zur Einnahme spezieller Spermidin-Präparate sei derzeit wegen noch nicht ausreichender Forschungsergebnisse auch noch nicht seriös, wie die Demenzforscherin Prof. Dr. Agnes Flöel in einem Interview mit apotheken-umschau.de erklärte. Sie fügte aber hinzu: „Wer seine Spermidin-Zufuhr verbessern möchte, kann das auf natürliche Weise tun, etwa indem er sich hin und wieder ein paar Weizenkeime ins Müsli gibt.“3

Viel Spermidin in Weizenkeimen

Tatsächlich haben Weizenkeime mit ca. 24 mg pro 100 g einen besonders hohen Spermidin-Gehalt. Es ist aber auch in Sojabohnen oder Kürbiskernen in nennenswerten Mengen enthalten. Somit verfügen Lebensmittel, die sowieso schon als gesund gelten, über weitere – wenn auch noch nicht 100-prozentig verifizierte – Vorzüge. Da ist der Food Trend fast schon vorprogrammiert.

Weizenkeime sind übrigens nicht nur fürs Müsli, sondern auch für Salate aller Art ein Gewinn. Zum Kochen oder Backen eignen sie sich nicht, da durch die Hitze die Inhaltsstoffe verloren gehen würden. Weizenkeime sind nicht zuletzt reich an Vitamin B1, das zu einer normalen Herzfunktion, einer normalen psychischen Funktion und einer normalen Funktion des Nervensystems beiträgt: Rund 1,8 mg Vitamin B1 sind in 100 g Weizenkeimen enthalten.


Spermidin-Rezept: Tomatensalat mit Weizenkeimen

Weizenkeime erhalten Sie in allen gut sortierten Supermärkten oder Drogerien. Sie können im Salat mit ihrer leicht süßlichen Note je nach Geschmack eine mögliche Dominanz der Zwiebeln regulieren. Mit ca. 390 Kcal pro 100 g sind sie aber auch recht nahrhaft.

Ein Tomatensalat mit Weizenkeimen ist schnell und einfach zubereitet:

Für vier Personen

  • 1 Kilo Tomaten (Sorte nach Geschmack) und
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel

in Scheiben schneiden oder würfeln und mit einem einfachen Dressing aus

  • Olivenöl
  • Balsamico
  • etwas Wasser
  • Salz und Pfeffer

gut vermischen. Dazu pro Person 1 bis 3 Esslöffel (ca. 10 bis 30 g) Weizenkeime zur individuellen Dosierung separat servieren oder, bei ähnlichen Geschmäckern, direkt in den Salat geben.


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Quellen:https://www.aerzteblatt.de/archiv/182779/Autophagie-Selbstverstuemmelung-als-Ueberlebensstrategie 2 Christian Drosten, Nils C. Gassen, Jan Papies, Thomas Bajaj, Frederik Dethloff, Jackson Emanuel, Katja Weckmann, Daniel E. Heinz, Nicolas Heinemann, Martina Lennarz, Anja Richter, Daniela Niemeyer, Victor M. Corman, Patrick Giavalisco, Marcel A. Müller; Analysis of SARS-CoV-2-controlled autophagy reveals spermidine, MK-2206, and niclosamide as putative antiviral therapeutics; 2020. 3 https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/Spermidin-Neuer-Hoffnungstraeger-bei-Corona-558501.html

© Bild: goodluz – Fotolia