Durchfall: der "schnelle" Verdauungs-Typ

Beitrag vom 30.07.2019, aktualisiert am 06.08.2020)

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Wann spricht man von Durchfall?

Grundsätzlich wird von Durchfall gesprochen, wenn Sie mindestens drei Stuhlgänge pro Tag haben und dabei die Konsistenz Ihres Stuhls sehr weich, breiig oder sogar flüssig ist. Im Akutfall sind sogar bis zu 20 oder mehr Darmentleerungen pro Tag möglich. Die Farbe des Stuhls kann dabei gelblich-grün über braun bis fast schwarz sein. Fast ein Drittel der Bevölkerung wird laut Apotheken-Umschau mindestens einmal im Jahr von Durchfall überrascht, häufig auf einer Fernreise.

Er tritt meist sehr plötzlich auf und kann ganz schön schmerzen – ständig Durchfall zu haben ist nicht nur unangenehm, sondern kann sogar gefährlich werden, wenn er sich zu chronischer Diarrhoe entwickelt. Ob akuter oder chronischer Zustand – begleitet wird Durchfall oft von Bauchschmerzen, die Kraft und Energie saugen. 

Bei akutem Durchfall sind die Ursachen meist Infektionen mit Bakterien (z.B. Salmonellen in Essen oder Getränken) oder Viren (z.B. Noro- oder Rotaviren). 

Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Einnahme von Medikamenten oder Giften, psychische Belastungen und Stress, mangelnde Hygiene (z.B. bei Kontakt mit keimbelastenden Oberflächen oder Gegenständen), ungewohntes Essen oder Klimaveränderungen, z.B. bei (Fern-)Reisen. 

Dabei versuchen Magen und Darm, die krankmachenden Erreger oder Stoffe möglichst rasch wieder loszuwerden, aber da häufig zu wenige „gute Bakterien“ für eine aktive Bekämpfung vorhanden sind, kommt es zum Durchfall. Dieser Zustand ist jedoch meist nach wenigen Tagen wieder vorüber, wenn die gesunden Darmbakterien wieder die Oberhand gewinnen.

Sollten Sie hingegen ständig Durchfall haben, sind meist funktionelle Störungen des Darms dafür verantwortlich. Man spricht von chronischem Durchfall, der neben den unangenehmen Beschwerden weitreichende Folgen für die Gesundheit haben kann. Er bewirkt, dass die Darmwand dauerhaft durchlässig wird und dadurch Nahrungsbestandteile, aber auch Bakterien oder Allergene in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen auslösen können.


Wenn wässriger Durchfall an der Tagesordnung ist

Ein Grund für chronischen Durchfall kann ein gestresster Darm sein. Dies zu behandeln gestaltet sich als Herausforderung, da es keine organischen Ursachen dafür gibt.

Warum genau also die Darmprobleme entstehen, konnte bisher noch nicht erforscht werden. Wissenschaftler wissen lediglich, dass Personen häufiger von einem gestressten Darm geplagt werden, die sehr empfindliche Nerven im Darm besitzen und diese auslösen, dass der Betroffene bereits geringe Symptome stark wahrnimmt. Auch psychische Faktoren wie Stress, Angst oder Trauer können Auslöser für einen gestressten Darm sein.

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Wann Sie bei Durchfall zum Arzt gehen sollten

Haben Sie lang anhaltenden Durchfall oder sogar Blut im Stuhl, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser klärt anhand einer Stuhlprobe ab, was genau die Ursache für Ihren Durchfall ist. Ein Erreger kann im Labor festgestellt werden.

Ist die Untersuchung hingegen ergebnislos, kann noch eine Blutprobe bei der Diagnose helfen, insbesondere, wenn es sich um eine Stoffwechselstörung oder eine Störung in einem Organ handelt. Dann gibt es noch die Möglichkeit einer Darmspiegelung, um die Suche nach weiteren möglichen Ursachen von Durchfall fortzusetzen.


Tipps gegen Durchfall

Wenn es leider doch passiert, dass es Sie akut erwischt und wässriger Durchfall Sie plagt, lassen Sie sich von einfachen Hausmitteln unterstützen, damit es Ihnen möglichst schnell besser geht und sich die Darmfunktion sowie Ihr Stuhlgang wieder normalisiert. 

Trinken Sie viel

Bei Durchfall verlieren Sie sehr viel Flüssigkeit, dadurch droht eine Dehydrierung Ihres Körper.

Gleichen Sie den Flüssigkeitsverlust gezielt aus, indem Sie ausreichend Wasser, Tee oder stark verdünnte Fruchtsäfte zu sich nehmen.

Wärmen Sie Ihren Bauch

Um den Krämpfen entgegen zu wirken, sollten Sie Ihren Bauch wärmen.

Ideal eignet sich dafür eine Wärmflasche oder ein erhitztes Kirschkern- oder Dinkelsprossenkissen. Sie können Baukrämpfe wieder lösen.

Essen Sie leicht Verdauliches

Ihre Darmtätigkeit sollte langsam wieder angekurbelt werden. Kleinere Mahlzeiten sind vorerst genug.

Probieren Sie es mit Reis, Toast, Zwieback oder Gemüsesuppen. Fettes oder stark Gewürztes sind noch für einige Tage Tabu.

Natürliche Unterstützung für den Darm

Beugen Sie gezielt vor und machen Sie sich der Heilkraft der Natur zunutze. Sie bietet zahlreiche „Unterstützer-Stoffe“, die Ihnen helfen können, den Magen-Darm-Trakt zu unterstützen. Etwa durch Akazienfasern, die Ihren Darm mit Ballaststoffen versorgen und dabei die Vermehrung wichtiger positiver Darmbakterien stimulieren.


Unverträglichkeiten und Intoleranzen

Durchfall kann manchmal auch durch Intoleranzen des Körpers in Bezug auf bestimmte Lebensmittel entstehen. Das kann für verschiedene Verdauungsprobleme sorgen, etwa auch Völlegefühl und Blähungen. Auch kann eine Laktoseintoleranz  (Unverträglichkeit von Milchzucker) der Grund für Durchfall sein, ebenso eine Fruktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Fruchtzucker) oder eine Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten). Ob bei Ihnen eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt, sollten sie am besten von Ihrem Hausarzt abklären lassen.

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